Der Deutsch-französische Zukunftsdialog feiert sein 10-jähriges Bestehen

10 Jahre, 200 Alumni, 29 Seminare, 5 Gastländer und unzählige Ideen aus Debatten und Gesprächen: Der Deutsch-französische Zukunftsdialog zieht eine reiche Bilanz zu seinem runden Geburtstag. In Berlin kamen an einem Maiwochenende zahlreiche Ehemalige und Freude des Zukunftsdialogs zusammen, um dieses Jubiläum zu feiern.

Nach einem großen Wiedersehen der Alumni am Freitagabend, standen am Samstag in der DGAP dann das Jubiläum und der inhaltliche Austausch im Vordergrund:

Auf eine Begrüßung durch Claire Dememsmay (DGAP), Jacob Düringer (Robert Bosch Stiftung) und Hans Stark (Ifri) folgte ein Blick nach vorne: Über die Frage  „Welche Zukunft für Europa?“ diskutierten Frauke Frech (Performance-Künstlerin), Jean Quatremer (Korrespondent für Libération in Brüssel) und Dr. Daniela Schwarzer (Otto Wolff-Direktorin des Forschungsinstituts, DGAP) unter der Moderation von Maxime Stenuit (Teilnehmer des Deutsch-französischen Zukunftsdialoges 2015), wie Deutschland und Frankreich wieder ein gemeinsames Europa-Projekt entwickeln und vorantreiben können.

Dafür bedarf es nach Meinung des Panels vor allem mehr Teilhabe der Bürgerinnen und Bürger. Frauke Frech forderte, mehr Gestaltungsräume zu schaffen, damit sich jeder am Projekt Europa beteiligen kann. Auch Daniela Schwarzer sprach sich für mehr Bottom-Up Projekte aus, um so die innergesellschaftliche Skepsis Europa gegenüber nicht zu übergehen. Nach den Parlamentswahlen in Frankreich und Deutschland müssten Projekte gemeinsam angegangen werden und Deutschland ebenso auf Frankreich zugehen. Die Bedeutung der Zusammenarbeit des „Atomkerns Europas“ betonte auch Jean Quatremer. Die Zweisprachigkeit müsse wieder stärker gefördert werden, gerade im Angesicht der Tatsache, dass Konsultationen des deutsch-französischen Ministerrates häufig auf Englisch, nicht aber auf Deutsch und Französisch stattfinden. Zudem brauche es wieder eine europäische Erzählung, die ein wirkliches Europa der Völker mit mehr Engagement der Zivilgesellschaft möglich macht. Ähnlich äußerte sich dann auch das Publikum, das die pro-europäische Bewegung Pulse of Europe als Beispiel ansprach, gleichzeitig aber auch auf die bestehenden Privilegien etwa der Mehrsprachigkeit verwies.  Europa müsse insgesamt noch erfahrbarer werden, um das Projekt weiterzuentwickeln und voranzutreiben.

Im Anschluss an die Podiumsdiskussion ging es am Nachmittag um die Weiterentwicklung des Zukunftsdialogs und der Alumniarbeit. Darüber diskutierten die Teilnehmer im Format eines World Cafés. Am Abend lud die Robert Bosch Stiftung in ihre Berliner Repräsentanz ein.

Den Abschluss eines gelungenen Geburtstagswochenendes bildete ein Brunch in entspannter Atmosphäre bei weiterem Austausch auf der Insel der Jugend.

Auftaktseminar des elften Jahrgangs des Deutsch-französischen Zukunftsdialoges in Nantes

Fünf Tage nach dem zweiten Wahlgang der Präsidentschaftswahlen in Frankreich traf sich der Jahrgang 2017 des Deutsch-französischen Zukunftsdialoges am Ufer der Loire zu einem ersten Seminar. Thematisch ging es dabei um die Wahlen im Jahr 2017 und die europäische Außenpolitik.

Zuerst beschäftigten sich die Teilnehmer mit der Frage: Wahljahr 2017 – Welcher Einfluss kommt von außen? Gemeinsam mit Experten aus den Arbeitsfeldern Medien, Forschung und Politik diskutieren sie hierzu im Format eines „World Cafés“. Die Diskussionen drehten sich um den Einfluss von Fake News, Cyberattacken und der sozialen Medien auf die Wahlen. Ein weiteres Panel aus Forschern und Journalisten aus Frankreich, Deutschland und Polen ebnete den Weg zu einer lebhaften Debatte über die französische, deutsche und europäische Außenpolitik nach den Wahlen.

Der zweite Teil des Seminars war dem „Foresight Workshop“ gewidmet, der in den kommenden beiden Seminaren fortgeführt werden wird. In diesem Jahr arbeiten die Teilnehmer an einer Risikoanalyse zur  europäischen Außenpolitik.

Abgerundet wurde das Wochenende durch das Kulturprogramm: eine Weinprobe, eine sonnige Stadtführung durch die Altstadt von Nantes und eine Schiffspassage der Loire bis in Fischerdorf Trentemoult ermöglichten einen weiteren Austausch.

Seminarprogramm

Die Jugend Europas: Perspektiven für das Jahr 2026

Workshopbericht der Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Deutsch-französischen Zukunftsdialogs 2016

Chancengleichheit für Europas Jugend? Die europäische Wirtschaftskrise und ihre Folgen haben offenbart, wie weit Europa von diesem Ziel entfernt ist. Die Arbeitslosenquote unter Jugendlichen variiert in den EU-Mitgliedstaaten zwischen sieben und 50 Prozent. Während in einigen Ländern qualifizierte Fachkräfte fehlen, versucht eine „verlorene Generation“ in anderen Ländern vergebens, sich eine eigenständige Existenz aufzubauen. Was muss passieren, damit Europas Jugend im Jahr 2026 dem Ziel der Chancengleichheit näher kommt?

Mit unseren Partnern aus Spanien haben wir im Jahr 2016 zum Thema Jugendarbeitslosigkeit gearbeitet. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer beteiligten sich an einer Reihe von Foresight Workshops in Dijon (April), Lübeck (Juni) und Alcalá de Henares (Oktober). Die „Back-casting“-Methode, die in diesen Workshops zur Anwendung kam, entwirft zunächst mögliche Zukunftssituationen, um dann in einer Rückblende Politikempfehlungen zu entwickeln, die zum wünschenswerten Zukunftsszenario führen.

Der vollständige Bericht ist auf Deutsch, Französisch und Englisch verfügbar.

Aktuelle Informationen rund um den französischen Wahlkampf

Blogstart "Liberté, Égalité, Élysée"

In facettenreichen Beiträgen analysieren ehemalige Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Zukunftsdialogs die Geschehnisse bis zur Präsidentschaftswahl. Beiträge in Form von Texten, Infografiken, Audios und Videos bieten Informationen zu den Themen, Kandidaten und Parteien des französischen Wahlkampfs aus einer deutsch-französischen Doppelpersepktive.

https://frankreich.dgap.org/

 

Aktuelle Publikationen

Agrarpolitik

Marie-Cécile Damave: Frankreichs Landwirtschaft in der Krise, DGAPanalyse Nr. 2, 2017.

 

Verteidigungspolitik

Corentin Brustlein: Nukleare Abschreckung und Verteidigungspolitik in Frankreich. Eine symbiotische Beziehung, DGAPanalysen Nr. 4, 2017.

 

Weitere Publikationen des Deutsch-Französischen Zukunftsdialogs finden Sie hier.

 

Präsentation der Ergebnisse des Foresight-Workshops im Auswärtigen Amt

Natalie Hallensleben, Teilnehmerin des Deutsch-französischen Zukunftsdialogs 2016, stellte beim Gesprächskreis Frankreich der DGAP am 24.11.2016 im Auswärtigen Amt zum Thema „Ausbildung und Arbeitsmarkt: Welche Strategie gegen Jugendarbeitslosigkeit verfolgen Deutschland und Frankreich?“ die Ergebnisse des Foresight-Workshops vor, die im Laufe der drei Seminare des Zukunftsdialogs erarbeitet wurden. Im Fokus standen dabei Handlungsempfehlungen für die Politik, wie das Unternehmertum zu stärken und Investitionen in Zukunftsindustrien zu tätigen, vor allem im Bereich erneuerbarer Energien oder Robotertechnik.

In Bezug auf die Themen Ausbildung und Arbeitsmarkt formulierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Zukunftsdialogs Forderungen nach adäquater Ausbildung und guter Bildung und eine Ausweitung der grenzüberschreitenden Bildung in Form von Austauschprogrammen auch auf nicht-akademische Kreise.

Die Vorstellung der Ergebnisse bereicherte die Debatte der praxisorientierten Referenten aus Politik und Wirtschaft um eine europäische und zukunftsorientierte Perspektive.

Im Fokus der Diskussion standen Erfolge, aber auch Hemmnisse in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Bereich berufliche Bildung zwischen Deutschland und Frankreich. Hervorgehoben wurde immer wieder das geringer werdende Interesse für den jeweiligen Nachbarn, das sich in sinkenden Zahlen des Spracherwerbs ausdrückt sowie Probleme beim Zugang zu Informationen und fehlender Austausch im Bereich berufliche Bildung auf deutscher und französischer Seite. Die Erfolge in der deutsch-französischen Zusammenarbeit zu beruflicher Bildung werden vor allem von regionalen Akteuren getragen.

Der vollständige Bericht mit den Policy-Empfehlungen des Deutsch-französischen Zukunftsdialogs
2016 wird in Kürze hier erscheinen.